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Der Magellanzeisig

Der Magellanzeisig – seine Haltung und Zucht

Dieser Bericht widmet sich ausführlich den Magellanzeisigen (Carduelis magellanica). Im ersten Teil berichtet August Klages über seine Erfahrungen bei der Haltung und Zucht dieser südamerikanischen Zeisige,im zweiten Teil geht Theo Kleefisch auf die Problematik bei den elf Unterarten ein und stellt diese einzeln vor.

Biologie Magellanzeisige waren wohl die ersten Importzeisige, die bei uns in größerer Stückzahl gehandelt wurden (die Zeisige der Gattung Spinus werden in der internationalen Taxonomie allgemein der Gattung Carduelis zugeordnet). Ihre Heimat reicht vom tropischen Norden Südamerikas bis tief in den Süden des Subkontinents in die gemäßigten Regionen Argentiniens und Uruguays. Keine andere Zeisigart hat so viele Unterarten gebildet. Elf Unterarten werden zurzeit unterschieden. Sie unterscheiden sich sowohl in der Größe als auch in der Färbung. Alle haben einen schwarzen Kopf mit keinem oder einem unterschiedlich großen schwarzen Brustlatz. Als Körperlänge werden 11 bis 13 cm angegeben. Leider sind unsere Kenntnisse zur Unterscheidung der verschiedenen Unterarten gering bzw. werden vollkommen ignoriert, so dass die vorhandenen Bestände untereinander vermischt werden. Importe werden immer seltener und sind inzwischen (Vogelgrippe) völlig unterbrochen. Wir sollten also möglichst sorgsam mit den Vögeln umgehen, die noch in unseren Volieren leben, obwohl anzunehmen ist, dass sich schon etliche Paare aus unterschiedlichen Unterarten zusammensetzen. Möglicherweise werden bei fortschreitender Erschließung bisher wenig vom Menschen berührter Lebensräume weitere Unterarten erkannt. Fest steht, dass auch innerhalb derselben Unterart eine breite Variabilität im äußeren Erscheinungsbild vorhanden ist. Im „Handbuch der Cardueliden“ Band 1 von Classen/Massoth sind zwei Unterarten abgebildet. Wenige weitere Abbildungen findet man in diversen anderen Büchern, wobei aber nur selten Angaben zur Unterart gemacht werden. In den meisten Fällen werden Magellanzeisige mit einem großen Latz dargestellt, der entweder rund abschließt oder auch spitz ausläuft. Ich habe nun einige Jahre Magellanzeisige gepflegt und muss für mich feststellen, dass ich bisher nur wenige Individuen mit einem langen Brustlatz gesehen habe. Auch über oberseits dunkle Unterarten wie etwa C. m. boliviana kann ich nichts sagen. In der Färbung geht es von graugrün über Gelbgrün bis zu reinem Gelb. Es gibt schöne große, gelbe Flügelspiegel und weniger ausgeprägte. Bei den Weibchen ist es ähnlich variabel. Es gibt graue, grüne und gelbe Weibchen. Es reicht nicht, die Vögel nur der Größe nach zu verpaaren, auch Schnabelform und -farbe sind zu beachten. Unsere Importeure und Händler wissen oft nicht, woher ihre Vögel genau kommen und somit auch nicht, um welche Unterart es sich handeln könnte. In den vergangenen Jahren scheinen viele Importe, wie auch im Bereich der Aquarienfische, über Peru eingeführt worden zu sein. Interessant ist auch immer, was sich als „Beifang“ in der Sendung befindet. Ich hatte schon mal das Glück, auf diese Art Andenzeisige zu bekommen, und das zum Magellanpreis! Aber selbst frisch importierte Magellanzeisige sind nach der Euro-Einführung im Preis gestiegen und oft teurer, als für hiesige Nachzucht gezahlt wird.
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